Verhütungsmittel
Alesse
ab
Duphaston
ab
Yasmin
abHormonelle Verhütungsmethoden
Antibabypille (Kombinationspräparate)
Die Antibabypille gehört zu den sichersten und am häufigsten verwendeten Verhütungsmitteln in Österreich. Kombinationspräparate enthalten sowohl Östrogen als auch Gestagen und verhindern den Eisprung durch Hemmung der körpereigenen Hormonproduktion. Bei korrekter Anwendung liegt die Wirksamkeit bei über 99 Prozent.
In österreichischen Apotheken sind bewährte Präparate wie Yasmin, Valette, Belara und Maxim erhältlich. Diese unterscheiden sich in der Dosierung und Art der enthaltenen Hormone. Die Einnahme erfolgt täglich zur gleichen Zeit über 21 Tage, gefolgt von einer siebentägigen Pause. Während dieser Zeit tritt eine hormonbedingte Abbruchblutung auf.
Minipille (Gestagenpräparate)
Die Minipille enthält ausschließlich Gestagen und stellt eine Alternative für Frauen dar, die Östrogen nicht vertragen oder stillen. Anders als bei Kombinationspräparaten wird die Minipille kontinuierlich ohne Pause eingenommen. Sie wirkt hauptsächlich durch Verdickung des Gebärmutterhalsschleims und Veränderung der Gebärmutterschleimhaut.
Besonders geeignet ist die Minipille für stillende Mütter, Raucherinnen über 35 Jahre und Frauen mit Östrogenunverträglichkeit. In Österreich sind Präparate wie Cerazette und Micronor verfügbar, die sich in ihrer Wirkstoffzusammensetzung unterscheiden.
Verhütungsring und Verhütungspflaster
Der NuvaRing wird selbstständig in die Scheide eingeführt und gibt drei Wochen lang kontinuierlich Hormone ab. Nach einer einwöchigen Pause wird ein neuer Ring eingesetzt. Das Evra-Pflaster wird wöchentlich gewechselt und klebt auf der Haut, wodurch Hormone über die Haut aufgenommen werden. Beide Methoden bieten den Vorteil, dass die tägliche Einnahme entfällt.
Barriere-Verhütungsmethoden
Kondome für Männer
Kondome bieten nicht nur Schutz vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. In österreichischen Apotheken sind Kondome in verschiedenen Materialien erhältlich:
- Latex-Kondome: Standard-Material mit hoher Reißfestigkeit
- Polyurethan-Kondome: Für Latex-Allergiker geeignet
- Polyisopren-Kondome: Besonders dünne und flexible Alternative
Qualitätskondome tragen das CE-Kennzeichen und erfüllen europäische Sicherheitsstandards. Bekannte Marken wie Durex, Billy Boy und Ritex bieten verschiedene Größen und Ausführungen für individuelle Bedürfnisse an.
Frauenkondome (Femidom)
Das Frauenkondom wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und bietet Frauen die Möglichkeit, selbstbestimmt zu verhüten. Es besteht aus Polyurethan und kann bereits mehrere Stunden vor dem Verkehr eingesetzt werden. Gegenüber Männerkondomen bietet es den Vorteil der unabhängigen Anwendung, ist jedoch in der Handhabung gewöhnungsbedürftig.
Diaphragma und Portiokappe
Diese mechanischen Barrieren werden individuell vom Frauenarzt angepasst und vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt. In Kombination mit spermiziden Gelen erhöht sich die Verhütungssicherheit erheblich. Nach der Anwendung müssen sie gereinigt und können bei ordnungsgemäßer Pflege mehrere Jahre verwendet werden. Die korrekte Größe und Anwendung erfordern eine fachkundige Beratung.
Intrauterine Verhütungssysteme
Intrauterine Verhütungssysteme bieten langfristigen und zuverlässigen Schutz vor ungewollten Schwangerschaften. In Österreich stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, die sich in ihrer Wirkungsweise und Anwendungsdauer unterscheiden.
Hormonspirale (IUS)
Die Hormonspirale ist ein T-förmiges Verhütungsmittel, das kontinuierlich kleine Mengen des Hormons Levonorgestrel abgibt. Dieses Gestagen wirkt direkt in der Gebärmutter und bietet einen Pearl-Index von unter 1.
Mirena und Skyla: Unterschiede und Anwendungsdauer
Mirena ist die größere Variante mit einer Wirkungsdauer von bis zu 5 Jahren und eignet sich besonders für Frauen, die bereits Kinder geboren haben. Skyla ist kleiner konzipiert, wirkt 3 Jahre lang und wurde speziell für jüngere Frauen entwickelt. Beide Systeme sind in österreichischen Apotheken nach ärztlicher Verschreibung erhältlich.
Hormonelle Wirkung und lokale Effekte
Das freigesetzte Levonorgestrel verdickt den Zervixschleim, hemmt die Spermienaktivität und baut die Gebärmutterschleimhaut ab. Viele Anwenderinnen berichten über eine deutliche Reduktion der Menstruationsblutung oder das völlige Ausbleiben der Regel.
Einsetzen und Kontrollen beim Frauenarzt
Das Einsetzen erfolgt ambulant in der gynäkologischen Praxis und dauert nur wenige Minuten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen alle 6-12 Monate sind empfohlen, um die korrekte Lage zu überprüfen.
Kupferspirale (IUD)
Die Kupferspirale bietet hormonfreie Verhütung und ist eine ausgezeichnete Alternative für Frauen, die keine Hormone verwenden möchten oder können.
Wirkungsmechanismus ohne Hormone
Kupferionen werden kontinuierlich abgegeben und wirken spermizid. Zusätzlich wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert. Die Verhütungssicherheit liegt bei über 99%.
Verschiedene Modelle und Tragedauer
In Österreich sind verschiedene Kupferspiralen verfügbar:
- Standard-Kupferspiralen mit 5-10 Jahren Tragedauer
- Kupferspiralen mit Gold-Kern für bessere Verträglichkeit
- Kleine Modelle für nullipare Frauen
- Größere Varianten für Frauen nach Geburten
Vor- und Nachteile für verschiedene Altersgruppen
Junge Frauen profitieren von der hormonfreien Verhütung ohne Beeinflussung des natürlichen Zyklus. Frauen ab 35 Jahren schätzen die lange Wirkungsdauer ohne tägliche Anwendung. Bei sehr starken Menstruationsblutungen ist jedoch Vorsicht geboten.
Kupferkette (GyneFix)
Innovative Alternative zur klassischen Spirale
Die GyneFix-Kupferkette besteht aus sechs Kupferzylindern, die auf einem Nylonfaden aufgereiht sind. Sie wird mit einem kleinen Anker in der Gebärmutterwand befestigt und bietet 5 Jahre zuverlässigen Schutz.
Besondere Eignung für junge Frauen
Durch ihre Flexibilität passt sich die Kupferkette optimal an die Gebärmutter an und verursacht weniger Beschwerden als herkömmliche Spiralen. Sie ist besonders geeignet für Frauen mit kleiner Gebärmutter oder starken Menstruationsbeschwerden.
Verfügbarkeit in Österreich
GyneFix ist in Österreich verfügbar, jedoch nicht alle Gynäkologen bieten das Einsetzen an, da eine spezielle Schulung erforderlich ist. Eine vorherige Beratung in spezialisierten Praxen ist empfehlenswert.
Natürliche Familienplanung und Notfallverhütung
Neben hormonellen und mechanischen Verhütungsmethoden stehen auch natürliche Ansätze und Notfalloptionen zur Verfügung, die je nach Lebenssituation eine sinnvolle Ergänzung darstellen können.
Symptothermale Methode
Die symptothermale Methode basiert auf der genauen Beobachtung der natürlichen Fruchtbarkeitszeichen und ermöglicht bei korrekter Anwendung eine zuverlässige Bestimmung der fruchtbaren Tage.
Temperaturmessung und Zervixschleimbeobachtung
Die tägliche Messung der Basaltemperatur am Morgen zeigt den Eisprung durch einen Temperaturanstieg an. Gleichzeitig wird die Beschaffenheit des Zervixschleims beobachtet, der um den Eisprung glasig und spinnbar wird. Diese Doppelkontrolle erhöht die Sicherheit der Methode erheblich.
Digitale Hilfsmittel und Apps
Moderne Verhütungscomputer und spezialisierte Apps unterstützen bei der Auswertung der Messwerte. In österreichischen Apotheken sind verschiedene digitale Thermometer und Zykluscomputer erhältlich, die die Anwendung vereinfachen.
Sicherheit bei korrekter Anwendung
Bei methodengerechter Anwendung erreicht die symptothermale Methode einen Pearl-Index von 0,4-2,3. Eine gründliche Einarbeitung und regelmäßige Anwendung sind jedoch unerlässlich für die Zuverlässigkeit.
Pille danach
Die Pille danach ist eine wichtige Option der Notfallverhütung und seit 2015 in österreichischen Apotheken rezeptfrei erhältlich.
ellaOne und PiDaNa: Wirkstoffe und Anwendungszeit
Zwei Präparate stehen zur Verfügung:
- PiDaNa (Levonorgestrel): wirksam bis 72 Stunden nach ungeschütztem Verkehr
- ellaOne (Ulipristalacetat): wirksam bis 120 Stunden nach ungeschütztem Verkehr
- Beide Wirkstoffe verschieben oder verhindern den Eisprung
- Je früher die Einnahme, desto höher die Wirksamkeit
Rezeptfreie Abgabe in österreichischen Apotheken
Beide Präparate sind in allen österreichischen Apotheken ohne Rezept erhältlich. Die Kosten liegen zwischen 15-35 Euro und werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Apotheken sind verpflichtet, diese Medikamente auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten über den Notdienst zur Verfügung zu stellen.
Beratung und Aufklärung vor der Anwendung
Österreichische Apotheker sind geschult, umfassende Beratung zu Anwendung, Nebenwirkungen und weiterer Verhütung zu bieten. Bei Unsicherheiten oder Beschwerden wird eine gynäkologische Nachkontrolle empfohlen. Die Pille danach ersetzt keine regelmäßige Verhütungsmethode und sollte nur im Notfall angewendet werden.
Sterilisation und dauerhafte Verhütung
Sterilisation bei Frauen
Die Sterilisation der Frau erfolgt durch Eileiterdurchtrennung oder -verschluss und gilt als eine der sichersten Verhütungsmethoden. In Österreich müssen Frauen mindestens 25 Jahre alt sein oder bereits zwei Kinder haben. Eine Bedenkzeit von drei Monaten nach dem Aufklärungsgespräch ist gesetzlich vorgeschrieben. Der Eingriff wird meist laparoskopisch durchgeführt und ist in der Regel endgültig. Eine Rückoperation ist zwar möglich, aber aufwendig und nicht immer erfolgreich.
Vasektomie beim Mann
Die Vasektomie ist ein ambulanter Eingriff, bei dem die Samenleiter durchtrennt werden. Der Eingriff dauert etwa 20-30 Minuten und erfolgt unter örtlicher Betäubung. Die Nachsorge umfasst Schonung und Kontrollen der Spermienanzahl. Mit einem Pearl-Index von 0,1 ist die Vasektomie sehr sicher. Eine Rückoperation ist möglich, jedoch komplex und kostenintensiv. Die österreichischen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen.
Beratung und individuelle Verhütungswahl
Faktoren bei der Methodenwahl
Die Wahl der passenden Verhütungsmethode hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Alter, aktuelle Lebenssituation und zukünftige Familienplanung spielen eine wesentliche Rolle. Gesundheitliche Voraussetzungen und mögliche Kontraindikationen müssen ebenso berücksichtigt werden wie die Partnerschaftssituation und persönliche Präferenzen bezüglich Anwendung und Sicherheit.
Professionelle Beratung in der Apotheke
Österreichische Apotheken bieten kompetente Beratung zu allen Verhütungsmethoden. Unsere Pharmazeuten klären über Vor- und Nachteile auf und informieren über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Bei komplexen Fragen oder besonderen gesundheitlichen Umständen vermitteln wir gerne an spezialisierte Fachärzte weiter.
Verhütungssicherheit und Pearl-Index
Der Pearl-Index bewertet die Wirksamkeit von Verhütungsmethoden und gibt an, wie viele von 100 Frauen trotz Verhütung schwanger werden. Wichtige Pearl-Index-Werte:
- Hormonspirale: 0,1-0,2
- Antibabypille: 0,1-0,9
- Kupferspirale: 0,3-0,8
- Kondom: 2-12
- Diaphragma: 1-20
Anwenderfehler können die Sicherheit erheblich beeinträchtigen. Kombinationen verschiedener Methoden können den Schutz zusätzlich erhöhen.